Deklassierung und Emanzipation – Zum Zusammenspiel von Geschlecht, Ethnizität und Klasse

12. Juni 2007 – 20 Uhr
Maria do Mar Castro Varela (Köln)

Bereits seit den 80er Jahren steigt die Zahl der Arbeitsmigrantinnen, die in ungeschützten Arbeitsverhältnissen tätig sind kontinuierlich an. Migrantinnen arbeiten insbesondere dort, wo ihre Arbeit schlecht vergütet wird und der Arbeitsplatz potentiell gefährdet ist. Darüber hinaus ist ihre Lebenssituation von langen Perioden der Erwerbslosigkeit, die sozial destabilisierend und beruflich dequalifizierend wirken, bestimmt. Die aktuellen Hartz-Reformen greifen hier in vielfacher weise verschärfend ein.
Während Migrantinnen der so genannten zweiten Generation nach wie vor erhebliche Diskri-minierungen beim Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt bewältigen müssen, müssen Migran-tinnen, Flüchtlinge und Aussiedlerinnen, die ihre Qualifikationen außerhalb Deutschlands erworben haben, mit Dequalifizierungen rechnen. Effekt davon ist ein geschlechtlich und ethnisch segregierter Arbeitsmarkt. Bedenkt man nun, dass in den 70er Jahren erheblich mehr Migrantinnen als deutsche Frauen lohnarbeitend waren, fragt sich, warum das Verhältnis sich heute quasi verkehrt hat und welche Rolle der Migrantin bei der „Emanzipation“ der deutschen Frau zukommt. Dementsprechend soll im Vortrag insbesondere der Frage nachgegangen werden, wie Deklassierung und Emanzipation zusammenspielen.

Dr. María do Mar Castro Varela, promovierte Politologin, Diplom-Psychologin, Diplom-Pädagogin, Mitgründerin und Vorstandsmitglied des Instituts für Migra-tions- und Ungleichheitsforschung (imuf), im Wintersemester 2006/2007 Maria-Goeppert-Mayer Gastprofessorin für Internationale Frauen- und Genderfro-schung an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, ab Wintersemester 2007/2008 Prof. an der Alice-Salomon Fachhochschule für Pädagogik mit Schwerpunkt Gender und Queer.

Zum Weiterlesen:
María do Mar Castro Varela (2007): Unzeitgemäße Utopien. Migrantinnen zwi-schen Selbsterfindung und Gelehrter Hoffnung, Bielefeld.


1 Antwort auf “Deklassierung und Emanzipation – Zum Zusammenspiel von Geschlecht, Ethnizität und Klasse”


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