Idee

Im alltäglichen Selbstverständnis von Geschlecht wird davon ausgegangen, dass es eine feststehende natürliche bipolare Geschlechterordnung gibt, dass jeder Mensch entweder männlich oder weiblich ist. Diesen biologischen Geschlechtern werden verschiedene gesellschaftliche Geschlechtsrollen als selbstverständlich zugeschrieben: Frauen gelten etwa als emotional und fürsorglich und Männer als rational und dominant.
Das körperliche Geschlecht (sex) bestimmt nach dieser Auffassung das soziale Geschlecht (gender). Aus geschlechterkritischer Perspektive wird dieses gesellschaftliche Verständnis des Normalen hinterfragt. Geschlechtsspezifische Zuschreibungen werden dabei zunehmend als gesellschaftliche Konstruktion betrachtet. Während die sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung dazu tendiert, lediglich die geschlechterspezifischen Rollenzuschreibungen zu problematisieren, sehen Queer-TheoretikerInnen sowohl die Geschlechtsrolle (gender) als auch das biologische Geschlecht (sex) als konstruiert an.

Welche Bedeutung kommt Geschlecht überhaupt zu? Bedarf es für ein gesellschaftliches Miteinander einer Zweiteilung in Frauen und Männer? Welche individuellen und biographischen Auswirkungen hat die Konstruktion von Geschlechtlichkeit?

Die Veranstaltungsreihe lädt ein, über gesellschaftliche und kulturelle Selbstverständlichkeiten zu diskutieren. Dabei ist es uns zugleich ein Anliegen, auf die bisher deutlich unterrepräsentierte Geschlechterforschung in den sozialwissenschaftlichen Fächern in Jena hinzuweisen und einen Impuls für eine intensivere und produktivere Auseinandersetzung mit den Gender-Studies zu geben.
Nach einer inhaltlichen Einführung in die Gender-Studies und die aktuelle Geschlechterdebatte wird es außerdem Vorträge zu folgenden Themen geben: *Geschlechterkonstruktion in der Werbung *Gender, Migration und Arbeit *Gender-Mainstreaming und *Queer-Theory.


1 Antwort auf “Idee”


  1. 1 steff 18. Mai 2007 um 11:32 Uhr

    Toll, toll, toll, dass es endlich an der FSU eine derartige Plattform für kritisches Gender-Gedankengut gibt – auch wenn mich dieses Glück nicht mehr in meiner Studienzeit trifft. Nur: wer steckt hinter diesem Blog? Ein Impressum wäre wünschenswert.

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